Schwerpunktkur für Angehörige Suchtkranker

 

Unterstützung und Hilfe für Familienangehörige Suchtkranker

  • Sucht als Ausdruck einer „Sehn-Sucht“ ist in unserer Gesellschaft ein weit verbreitetes Problem und längst keine Ausnahme mehr. Die Folgen sind schwerwiegend und betreffen nicht nur den Suchtkranken, sondern rufen meist auch schwere Störungen und Krankheiten im engeren sozialen Umfeld hervor. Dabei entwickeln die Angehörigen der Suchtkranken meist unbemerkt Verhaltensweisen, die sie zu „Verbündeten“ der Sucht machen. Häufig mit bester Absicht tun die Angehörigen dann genau das Falsche. Diese Co- Abhängigkeit schwächt das eigene Gesundheitsbewusstsein und hat psychische, körperliche und soziale Folgen. Die Lebensqualität der Angehörigen reduziert sich bis zu einem unerträglichen Leid und endet meist in einer Sackgasse.

 

Ziel

  • Ziel unseres Konzeptes ist es, die Betroffenen zu motivieren, zukünftig selbstbestimmt statt „suchtbestimmt“ zu leben. Im Vordergrund unseres Unterstützungsangebotes steht die Selbstwertstärkung des Betroffenen. Der Betroffene soll bei der Gewinnung von Lösungsräumen unterstützt werden. Zudem sollen mit der betroffenen Person  Abgrenzungsmöglichkeiten erarbeitet werden. Dabei wird der Kurteilnehmer dahingehend sensibilisiert, neben der Fürsorge für andere auch eigene Bedürfnisse und Gefühle zu erkennen und wahrzunehmen. Förderlich bei dem Erkenntnisprozess ist ein räumlich, zeitlicher Abstand vom suchtgeprägten Familienalltag, wodurch es den Angehörigen ermöglicht wird, sich in einer neutralen Umgebung physisch und psychisch zu stabilisieren.


Persönliche Abgrenzung ist keine Entscheidung gegen den süchtigen Menschen, sondern für seine Suchtfreiheit

  • Kontakte zu anderen Menschen mit ähnlichen Problemen ermöglichen den Betroffenen erste Schritte aus der Isolation. Gewohnte Abwehr- und Schutzmechanismen werden in der Gemeinschaft der Betroffenen thematisiert, um adäquate Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Die Seminare, Gesprächs- und Selbsterfahrungsangebote dienen der Hilfe zur Selbsthilfe, vor allem der Erkenntnis, Orientierung, Entschei-dungsfindung und Selbstwertstärkung. Die Schwerpunktkur für Angehörige Suchtkranker schafft die Möglichkeit für Betroffene, Eigenverantwortung und Abgrenzung zum Familienproblem Sucht und Abhängigkeit zu aktivieren.

 

Wir behandeln in 3 Wochen:

  • Mütter/Väter, Großeltern, Pflegeeltern etc. mit Kindern im Alter von 0-12 Jahren

 

Das Therapiekonzept

  • Durch eine in der DRK Vorsorge- und Rehabilitationsklinik für Mutter und Kind entwickelte Schwerpunkt-kurmaßnahme für Angehörige Suchtkranker, kann Betroffenen wirksam geholfen werden. Das interdisziplinäre Team arbeitet mit ärztlicher, psychologischer, sozialpädagogischer, pädagogischer, Kompetenz. Dabei wirkt eine zeitintensive stationäre Therapie in einer belastungsarmen, Vertrauen fördernden Umgebung mit fachkompetenter Unterstützung, sehr viel effizienter als am Heimatort. Das Konzept basiert auf einem integrativen, lerntheoretisch-verhaltenstherapeutischen Ansatz.

 


Behandelbare Begleitsymptome

  • Leichte Depressionen,
  • Akute Belastungsreaktion,
  • Anpassungsstörungen,
  • Psychovegetative Erschöpfung,
  • Burn-out

 

Diagnostik

  • Bei den Patienten wird nach der Anreise eine medizinische und psychosoziale Anamnese erhoben. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der auslösenden Belastungssituation, bisherigen Bewältigungs- und Verarbeitungsmechanismen und dem Bewertungsverhalten der Patienten. Der Selbstauskunftsbogen sowie ärztliche oder therapeutische Berichte sind wichtiger Bestandteil zur Bewertung der Belastungssituation und des gemeinsam zu erstellenden Therapieplans.

 

Therapie


Medizinische und physikalische Therapie

 

  • Fachärztliche Betreuung und Beratung,
  • Facharztvortrag- „alternative Heilmethoden“ (homöopathische Therapie auf Wunsch möglich),
  • Wassertherapie, Sport- und Bewegungstherapie

 

Psychosoziale Therapie

 

  • Psychosoziale/ psychologische Einzelberatungen,
  • Themenorientierte Gruppenarbeit (Co-Abhängigkeit, Selbstwert- und Würde),
  • Kreativtherapie für Erwachsene, Entspannungstherapie,
  • Entspannungsangebote,
  • Erziehungsberatung, Snoezelen,
  • Mutter-Vater Kind Interaktionstherapie

 

Nachhaltigkeitseffekt

Nach ca. 6 Monaten bieten wir einen Wochenendworkshop in der Gruppe an, um Erfahrungen nach der Kur auszutauschen und auszuwerten. Dabei werden herausfordernde Situationen bei der Umsetzung des Erlernten in der Alltagssituation thematisiert. Die Gruppe gibt Motivation für die Entwicklung weiterer Ziele und Wünsche zur Verbesserung der Lebensqualität und der Gesundheitsprävention.